Immer wieder Ärger 

Rätsel im Kreis Kassel: Wem gehört die frühere Kreisstraße 80? 

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War mehrfach längere Zeit gesperrt: Die Straße zwischen Oedelsheim und Vernawahlshausen. Jetzt gibt es Diskussionen, wem der mittlere Abschnitt im Wald gehört – und wer folglich mögliche Sanierungsarbeiten in Zukunft zahlen soll. 

Wem gehört die frühere Kreisstraße 80 im Wald zwischen Oedelsheim und Vernawahlshausen tatsächlich? Mit dieser Frage beschäftigen sich derzeit die Gemeindevertreter aus Oberweser.

Der Grund: Möglicherweise wurden in den Verträgen andere Regelungen getroffen, als im Vorfeld abgesprochen waren. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Oberweser in Heisebeck kam unter dem Punkt Mitteilungen die Frage auf, wem das mittlere Straßenstück im Wald gehört. 

Eigentlich, so hieß es, sollte das mittlere der drei Teilstücke der Forstverwaltung gehören und auch von ihr saniert und unterhalten werden, während die beiden äußeren Abschnitte der ehemaligen Kreisstraße 80 in den Besitz der Gemeinden Oberweser und Wahlsburg übergegangen seien. Tatsächlich aber gehöre das mittlere Stück auch der Gemeinde Oberweser.

„Wenn das so ist, dann hat die Verwaltung mächtig gepennt“, meinte Wilfried Hartig (SPD), der schon 2012 – damals noch mit Bürgermeister Rüdiger Henne an der Verwaltungsspitze – in der Gemeindevertretung gegen die Übernahme durch die Gemeinde gestimmt hatte, weil der Landkreis Geld für einen Flughafen habe, nicht aber für die Straßensanierung.

Christa Fiege (UWG) unterstrich, dass man damals der Übernahme der Kreisstraße durch die Gemeinde nur zugestimmt habe unter der Voraussetzung, dass der Landkreis die Straße vorher saniert. Damals sei das Mittelstück nicht saniert worden. „Das ist traurig. Dass es anders ist als geplant, hätte mitgeteilt werden müssen“, meinte Hartig.

Bürgermeister Cornelius Turrey bestätigte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Frage noch nicht endgültig geklärt sei. Vereinbart sei, dass Hessen Forst das mittlere Stück im Wald nur im Notfall benutze und möglichst Waldwege benutze, um die Belastung durch Holztransporte gering zu halten. Unklar sei, warum Oberweser auch dieses Stück übernommen hat und nicht die Forstverwaltung, wie ursprünglich geplant.

Mit Aussagen wolle er aber vorsichtig sein, sagte Turrey. Zunächst müssten alle Formulierungen genau geprüft, die Verträge und Protokolle durchgesehen werden. Das brauche seine Zeit und im Augenblick gebe es drängendere Fragen zu klären, fügte er an.

Landkreis-Pressesprecher Harald Kühlborn erläuterte dazu, dass es lange Diskussionen um die Abstufung der Kreisstraße 80 gegeben habe. Es sei eine Variante gewesen, dass Hessen-Forst das mittlere Stück übernimmt, doch das sei wieder verworfen worden.

Letztlich sei beschlossen worden, dass Wahlsburg 1,4 Kilometer bekommt und Oberweser 3,4 Kilometer einschließlich des Waldabschnitts. Beide Gemeinden hätten für die Sanierung Geld bekommen.

Seit vielen Jahren Ärger mit der K 80

• Seit 1973 wird immer wieder über den Ausbau der durch Waldgebiet führenden Kreisstraße 80 von Vernawahlshausen nach Oedelsheim diskutiert. 

• März 2003: Nach einem Erdrutsch dient sie als Umleitung, wird stark beschädigt und gesperrt. Der Kreis Kassel überlegt, wegen der zu geringen Auslastung und der Unterhaltungskosten die Straße aufzugeben. 

• Oktober 2003: Nach Reparatur der Schäden wird sie im Herbst 2003 wieder freigegeben. 

• März 2009: Nach Winterschäden wird die K 80 aus Sicherheitsgründen voll gesperrt. 

• Juni 2009: Wahlsburg und Oberweser verhandeln mit dem Landkreis über eine Sanierung. 

• März 2011: Nach zweijähriger Sperrung beginnt die Teilsanierung. Über 800 Personen fordern per Unterschrift die Wiederöffnung für den Verkehr. 

• Februar 2012: Der Landkreis verhandelt mit beiden Gemeinden und Hessenforst über einen Kompromiss. 

• Sommer 2012: Die Gemeinden stimmen zu, einen Teil der Straße zu übernehmen. Für die Reparatur erhalten sie vom Kreis Kassel insgesamt 287 000 Euro Ablösesumme.

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