Neuzugang mit vier Toren

18:24 gegen Flensburg-Handewitt: Rumpfteam der MT Melsungen schlägt sich wacker

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Erzielte vier Tore bei seinem MT-Debüt: Neuzugang Roman Sidorowicz.

Da war dann doch nichts zu holen. Der personell arg gebeutelte Handball-Bundesligist MT Melsungen hat sich am Donnerstag gegen den Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt wacker geschlagen.

Ein tapfer kämpfendes Melsunger Team verlor 18:24 (10:12) gegen den Favoriten. Von den Fans in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle erhielten die MT-Profis nach dem Spiel anerkennenden Applaus.

Sechs verletzte Stammkräfte, drei A-Jugendliche auf der Bank, dazu ein Blitztransfer, und dann auch noch den Meister zu Gast – na, und? Das Rumpfteam der MT zeigte keinen Respekt. Die Gastgeber gingen couragiert zu Werke und begegneten dem in dieser Saison noch ungeschlagenen Spitzenreiter auf Augenhöhe. Da war Leidenschaft. Da war Herzblut. Und ganz viel Einsatz.

Und weil die Flensburger kräftig mitmischten, entwickelte sich eine Partie, in der Handball gearbeitet wurde. Was nicht heißt, dass die Begegnung unansehnlich war. Keineswegs. 4300 Zuschauer kamen auf ihre Kosten. Und sie sahen, dass Linksaußen Michael Allendorf nach einem Tempogegenstoß die MT erstmals in Führung brachte – 4:3 nach etwas mehr als sechs Minuten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar: Die Gastgeber würden nichts herschenken an diesem Abend.

In der Folge ging es hin und her. Beide Abwehrreihen standen im Blickpunkt. Genauso wie die Unparteiischen Christoph Immel und Ronald Klein, die sich einmal mehr nicht als Heim-Schiedsrichter präsentierten. Aber von der einen oder anderen fragwürdigen Entscheidung ließen sich die Nordhessen nicht verunsichern.

Und dann kam Roman Sidorowicz. Der Neuzugang aus der Schweiz erwischte einen prima Einstand. Vier Treffer steuerte der 27-Jährige im ersten Durchgang bei. Sidorowicz machte seine Sache richtig gut und verstand sich glänzend mit Spielmacher Lasse Mikkelsen. Hätten die MT-Profis ihre Chancen besser genutzt, hätten sie nach 30 Minuten durchaus führen können, anstatt mit einem 10:12-Rückstand in die Pause zu gehen.

MT Melsungen empfängt SG Flensburg-Handewitt

MT Melsungen gegen Flensburg-Handewitt
 © Andreas Fischer
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Trotzdem. Es passte vieles bei der MT. Die Abwehr machte einen prima Job. Ging beherzt in die Zweikämpfe. Da gab es nichts zu meckern. Aber die Frage lautete: Wie lange würden die Kräfte reichen? Zumindest blieben die Nordhessen dran am Favoriten. Tobias Reichmann zum 11:12 (33.), Simon Birkefeldt zum 12:13 (36.) sowie Mikkelsen zum 13:15 (38.) – die MT ließ sich nicht abschütteln. Erst einmal.

Doch irgendwann ging es halt nicht mehr. Da fiel den Gastgebern in der Offensive nicht mehr allzu viel ein, und da demonstrierte der Meister seine Abgezocktheit. Lasse Svan brachte die Gäste mit seinem Treffer zum 17:13 (40.) erstmals mit vier Toren in Führung. Inzwischen hütete Johan Sjöstrand für den glücklosen Nebojsa Simic das MT-Tor. Trainer Grimm stellte auf eine 5:1-Deckung um. Sie probierten es. Sie waren mutig. Kämpften tapfer. Sjöstrand entschärfte mehrere Würfe, Philipp Müller verkürzte auf 14:18 (46.), die MT-Fans feuerten ihr Team an – kurzum: Die Anhänger machten ihrer Mannschaft keinen Vorwurf. Denn sie sahen, dass die Kräfte nun tatsächlich schwanden und dass den Hausherren vor dem gegnerischen Kasten das Glück verließ.

Als der ehemalige Melsunger Johannes Golla auf 20:14 für die Gäste stellte (50.), merkten selbst die größten Optimisten, dass nichts mehr zu holen war. Aber die Nordhessen gaben sich nicht auf, kamen dank Mikkelsen noch einmal auf 17:21 heran (54.) – und verließen die Rothenbach-Halle hoch erhobenen Hauptes.

MT Melsungen: Sjöstrand (9 Paraden/9 Gegentore), Simic (5 P./15 GT) - Lemke, Reichmann 4/1, Ignatow, Kunkel, Mikkelsen 6, Danner, P. Müller 1, Allendorf 2, Birkefeldt 1, Sidorowicz 4, Piroch, Gruber, Damm

SG Flensburg-Handewitt: Buric (10 P./18 GT), Jepsen (n.e.) - Karlsson, Golla 4, Hald, Glandorf 1, Svan 5, Wanne, Jeppsson 1, Jondal 5/1, Steinhauser, Zachariassen, Gottfridsson 3, Lauge 1, Rod 4

Schiedsrichter: Immel/Klein (Erkelenz/Mettmann)

Zuschauer: 4300

Siebenmeter: 1/1:1/1

Zeitstrafen: 8:6 Minuten

Vor dem Spiel: Melsungen vs. Flensburg-Handewitt

Angesichts der extremen Verletzungsmisere der MT Melsungen lautet zunächst die spannendste Frage: Gibt es Rückkehrer aus dem Lazarett? Von sechs Spielern, die außer Gefecht sind, kehrt lediglich der noch immer leicht angeschlagene Felix Danner aufs Parkett zurück. 

Kaum trainieren konnten Spielmacher Lasse Mikkelsen (Magen-Darm Grippe) und Rückraumspieler Simon Birkefeldt (grippaler Infekt), beide sind aber am Donnerstag dabei. Das gilt auch für Blitztransfer Roman Sidorowicz. Der Schweizer Nationalspieler wurde vom Tabellenführer Pfadi Winterthur geholt, seine Freigabe vom europäischen Verband ist rechtzeitig in Melsungen eingetroffen. 

Ansonsten wird Heiko Grimm drei Spieler Jahrgang 2000 aus dem A-Jugend-Bundesligakader ins Aufgebot holen: Tomáš Piroch (Rückraum rechts) und Jona Gruber (Rückraum links) und Julian Damm (Kreis).

Grimm: "Für uns wird es entscheidend sein, wie wir mental mit unserer Situation umgehen. Die Chance auf einen guten Spielausgang hat man sportlich gesehen eigentlich immer.”

Melsungens Linksaußen Yves Kunkel

Das sieht auch Linksaußen Yves Kunkel: “Wer sechs Spiele mit nur einem Tor gewinnt, hat oft das Glück auf seiner Seite gehabt. Gerade das letzte Spiel zuhause gegen Wetzlar hat gezeigt, dass Flensburg angreifbar ist. Wobei man wissen muss, dass auch die Wetzlarer dort nicht in Bestbesetzung angetreten sind. Warum sollten also wir es nicht schaffen, Flensburgs Glückssträhne reißen zu lassen?” 

Die SG Flensburg-Handewitt reist mit nahezu voller Kapelle an. Lediglich der zweite Torhüter Torbjørn Bergerud fällt aus (Kopftreffer im Training). Zur Unterstützung der Nummer 1, Benjamin Buric, rückt der 18-jährige Johannes Jepsen ins Aufgebot. 

Mit dabei ist natürlich auch Ex-MT’ler Johannes Golla. Das Kreisläufertalent wechselte zu Saisonbeginn in den hohen Norden und hat sich dort schnell einen festen Platz im Team des Meisters erkämpft. Sein Trainer Maik Machulla warnt: “Wenn eine Mannschaft so dezimiert ist wie die MT, kann es für sie einfacher sein, weil die Erwartungen kleiner sind. Wir müssen es in Kassel definitiv besser machen, als zuletzt gegen Wetzlar”, sagt der SG-Coach.

Bisherige Bundesligavergleiche: 26 Spiele, davon 21 Siege SG, 1 Sieg MT, 4 mal unentschieden. 

Ergebnisse letzte Saison: 

  • 15.02.2018, SG Flensburg-H. - MT Melsungen 33:29
  • 21.09.2017, MT Melsungen - SG Flensburg-H. 25:30

Schiedsrichter in Kassel: Christoph Immel (Erkelenz) / Ronald Klein (Mettmann); DHB-Aufsicht Frank Böllhoff.

Infos zum Gegner: www.sg-flensburg-handewitt.de

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